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Humboldt-Universität zu Berlin - Kultur-, Sozial- und Bildungswissen­schaftliche Fakultät - Institut für Archäologie

Archäologie und Kulturgeschichte Nordostafrikas (AKNOA)

Wer von Ägyptologie und Sudanarchäologie fasziniert ist und deshalb Archäologie und Kulturgeschichte Nordostafrikas zu studieren beabsichtigt, hat ein außergewöhnliches Abenteuer vor sich. (zum Weiterlesen bitte anklicken)
Das wird in der Mitte Berlins beginnen, muss nicht unbedingt – kann aber – auch physisch in die Regionen des Unteren und Mittleren Niltals und angrenzende Gebiete führen und wird auf jeden Fall ein tiefes Eintauchen in die Geschichte sowie faszinierende Erkenntnisse über Welten mit sich bringen, die uns zunächst vergangen, fern und fremdartig erscheinen mögen, aber bei genauem Hinsehen recht viel mit unserem eigenen Dasein, Handeln und Denken zu tun haben.
Im ägyptischen Niltal fand um 3000 v.Chr. nicht nur eine der frühesten Staatsbildungen der Menschheitsgeschichte statt, sondern das nordostafrikanische Areal ist auch das Ursprungsgebiet mehrerer kultureller Errungenschaften, deren Kenntnis sich von dort verbreitete und die bis heute nachwirken: Die ägyptische Hieroglyphenschrift ist das älteste Schriftsystem überhaupt, das einen vollständigen Satz an mit einzelnen Sprachlauten korrespondierenden Zeichen – ein Alphabet – umfasste, und war der Prototyp für die phönizischen, hebräischen, arabischen, griechischen, kyrillischen und lateinischen Schriften. Aus Ägypten übernommen sind auch der 24-stündige Tag sowie unser zwölfmonatiges Jahr mit 365 Tagen und einem im Vierjahresrhythmus eingeschalteten Zusatztag. Leinenweberei und Wasseruhren sind offensichtlich ebenso im Nordosten Afrikas entwickelt worden wie der aus Pflanzenfasern hergestellte Beschreibstoff Papyrus (→ Papier) oder heute gängige Typen von Sitzmöbeln wie Stühle und Falthocker.
Betreibt man Archäologie und Kulturgeschichte Nordostafrikas, wird man sich in der Regel mehr mit solchen für das Alltagsleben breiter Bevölkerungsschichten relevanten Erscheinungen beschäftigen als nur mit den Ägyptenstereotypen Mumien, Pyramiden und Nofretete: Die Studierenden lernen archäologische Aufnahme- und Analysetechniken, die Interpretation der unterschiedlichsten Erzeugnisse der materiellen Kultur, kultureller Praktiken und Konzepte sowie den kritischen Umgang mit hieroglyphisch-ägyptischen Texten und bildlichen Quellen. Von besonderer Bedeutung ist dabei, sich mit Methoden, Arbeitsverfahren und Problemlösungsstrategien vertraut zu machen, die es ermöglichen, auf der Basis vielfach lückenhafter Befunde zu begründbaren Erklärungen zu gelangen. Vor allem daraus ergeben sich vielfältige Anschlussmöglichkeiten an andere Tätigkeitsfelder, sei es an kulturhistorisch oder linguistisch orientierte Disziplinen wie Ur- und Frühgeschichte, Kunst- und Bildwissenschaft oder Sprachtypologie, sei es an verfahrenstechnische  wie Informatik oder Digital Humanities oder an eher praktisch ausgerichtete Aufgabenbereiche wie Erwachsenenbildung, Kulturmanagement und Ausstellungskonzeption.