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Humboldt-Universität zu Berlin - Kultur-, Sozial- und Bildungswissen­schaftliche Fakultät - Institut für Archäologie

Projekte

Laufende Projekte


 

    (seit 2016, Leitung: Cornelia Kleinitz und Thomas L. Gertzen) 

Das Projekt ‚Archäologie im Archiv‘ wurde aus der intensiven Beschäftigung mit der Geschichte der Berliner Sudanarchäologie in Forschung und Lehre geboren. Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts untersuchte Carl Richard Lepsius (1810–1884), später Professor für Ägyptologe an der damaligen Friedrich-Wilhelms-Universität, im Rahmen der von ihm geleiteten Königlich Preußischen Expedition nach Ägypten und Äthiopien (= dem heutigen Sudan) die archäologischen Stätten südlich des ersten Nilkatarakts. Mehr als ein Jahrhundert später nahm Fritz Hintze (1915-1993), Ordinarius für Ägyptologie an der Humboldt-Universität, die Berliner Forschungen im Sudan mit der Butana-Expedition (1957/58) wieder auf. Diesem Survey folgten die langjährigen Grabungen der Humboldt-Universität in Musawwarat es-Sufra (1960-1970) und die Epigraphische Expedition in das sudanesische Nubien (1961-1963)... (weiter lesen).

 

 

  • "Musawwarat es-Sufra"

    (Leitung seit 2016: Alexandra Verbovsek und Cornelia Kleinitz; Finanzierung gegenwärtig: Qatar-Sudan Archaeological Project, QSAP)

    Seit 1960 arbeitet die archäologische Mission der Humboldt-Universität in Musawwarat es-Sufra, einem ausgedehnten Antikenort in der Trockensavanne der Keraba, ca. 25km Luftlinie vom Nil und ca. 180km von der sudanesischen Hauptstadt Khartum entfernt. Musawwarat es-Sufra ist eine der bedeutendsten archäologischen Stätten des Sudan und wurde 2011 zusammen mit Meroe und Naga als ‚Archaeological Sites of the Island of Meroe‘ in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. Das Tal von Musawwarat ist unter anderem durch das größte antike Wasserreservoir des Sudan und seine gut erhaltene monumentale Sandsteinarchitektur aus der Zeit des Königreichs von Kusch bekannt. Zu letzterer zählen der erste bekannte Tempel für den löwenköpfigen Gott Apedemak, der unter König Arnekhamani (ca. 235218 v.u.Z.) erbaut wurde, sowie der Labyrinth-artige Baukomplex der Großen Anlage. Heute zählen die Monumente von Musawwarat zu den wenigen gut erhaltenen Bauten der spätnapatanischen und frühmeroitischen Zeit. Gegenwärtig fokussieren die Forschungsarbeiten vor Ort auf Fragen der Baugeschichte der in architektonischer Sicht einzigartigen Großen Anlage, deren Funktion als Teil der Sakrallandschaft von Musawwarat es-Sufra lange zu Spekulationen geführt hat und auch heute noch nicht abschließend geklärt ist. Im Rahmen des Site Management werden zurzeit konservatorisch-restauratorische Planungen und Maßnahmen durchgeführt, und ein System zur Besucherführung entworfen.

 

 

    (seit 2007, Leitung: Cornelia Kleinitz)

    Das Musawwarat Graffiti Project befasst sich mit der detaillierten Dokumentation, Untersuchung und Publikation von zehntausenden Graffiti, die in die Sandsteinwände der Großen Anlage von Musawwarat es-Sufra (Sudan) eingeritzt wurden. Neue Forschungen haben die große Palette an Bildmotiven und Texten aufgezeigt, die im Laufe von mehr als 2000 Jahren an den Wänden des ausgedehnten Baukomplexes mit seinen Tempeln und anderen Gebäuden, Höfen, Korridoren und Rampen hinterlassen wurden. Die informellen Ritzungen stellen eine reiche Quelle zur nicht-offiziellen Kunst und Textproduktion im Mittleren Niltal von der meroitischen Zeit über das christliche Mittelalter bis in die sub-rezente Zeit dar. Die Publikation des Projektes erfolgt in Teilen über das Musawwarat Graffiti Archive in Kooperation mit dem Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte. Diese Online-Plattform bietet nach und nach Zugang zur Forschungsdatenbank des Musawwarat Graffiti Projekts und ermöglicht somit interessierten NutzerInnen die Arbeit mit den umfangreichen primären Forschungsdaten. 

 

 

Helmut Brandl

   „Museen im Nildelta“ (M.i.N.) widmet sich der Dokumentation, Erforschung und Publikation archäologischer Funde aus abgeschlossenen Grabungen der Egyptian Antiquities Organisation (EAO), die in den Regionalmuseen des Nildeltas aufbewahrt werden. Schwerpunkte sind die archäologischen Fundplätze Tanis, Bubastis, Kufur Nigm, Tell el-Faraun (Imet/Nebesheh), Tell el-Maskhuta und El-Sowa.

Durchführung:

M.I. Bakr, A. Blasius, H. Brandl, E. Bernhauer, N. Elseify, N. Flessa, M. Gander, F. Kalloniatis, M. Loth, J. Moje, G. Pieke, V. Razanajao, H.A. Schlögl, G. Wenzel; Förderung durch die Studiosus Foundation e.V.

Neueste Publikation:

M.I. Bakr, H. Brandl, F. Kalloniatis (eds.), 2014. Egyptian Antiquities from the Eastern Nile Delta, Museums in the Nile Delta 2. Cairo/Berlin.

 

 

Henning Franzmeier, Regine Schulz, Alexandra Verbovsek

Im Jahr 1980 begann die systematische Erforschung der Überreste der Ramses-Stadt durch ein Team des Roemer- und Pelizaeus-Museums Hildesheim. Seit 2017 ist der Lehrbereich Archäologie und Kulturgeschichte Nordostafrikas der Humboldt-Universität als Kooperationspartner an diesem Projekt beteiligt. Weiter lesen...

 

 

Projektleitung:

Frank Kammerzell

Finanzierung:

Deutsche Forschungsgemeinschaft

Mitarbeiter:

Eva-Maria Engel, Anke Blöbaum, Tilmann Kunze

 

  • Edition hieratischer Ostraca des Ägyptischen Museums Berlin, SMB-PK, Petra Andrássy

 

  • Digitale Lehrgrammatik zur hieroglyphisch-ägyptischen Schrift und Sprache

MitarbeiterInnen: Dr. Daniel A. Werning, Stud. Vivian Rätzke, Stud. Tobias Paul

Finanzierung: Medienkommission des Akademischen Senats der Humboldt-Universität zu Berlin

Laufzeit: Juli 2017-Juni 2018

Ziel des Projekts ist die Umwandlung einer weitgehend traditionellen, druck-orientierten Lehrgrammatik zur hieroglyphisch-ägyptischen Schrift und Sprache (Werning 2015, DOI 10.20386/HUB-42129 Standardseite.text.image0) in eine Digitale Lehrgrammatik in einem universitär gehosteten Wiki, das Kommentierungen erlaubt. Ergänzend sollen automatisierte Online-Übungen (Moodle-Tests) und Vokabellernen in einer MobileApp erstellt werden. Teil des Projekts ist die Praxis-Erprobung der Kodierung von altägyptischen Hieroglyphen in Unicode.

 

Abgeschlossene Projekte


 

Frank Kammerzell, Eva-Maria Engel 

  Während der „Nullten“ bis Zweiten Dynastie (um 3100-2700 v. Chr.) in Ägypten, annähernd zeitgleich mit der Einführung der Hieroglyphenschrift und der Entwicklung regionaler Fürstentümer zum ersten Flächenstaat, fand auf Keramikgefäßen ein Notationssystem aus – vor dem Brennen in den Ton eingeritzten oder nach dem Brand eingesägten – graphischen Zeichen Verwendung. Derartige Markierungen treten sowohl auf stark normierten Vorratsgefäßen als auch auf Importgefäßen, Geschirr und Brotbackformen auf. Bedeutung und Funktion dieses Notationssystems sowie sein Verhältnis zur Hieroglyphenschrift sind ungeklärt. Das Projekt analysiert die etwa 6000 derzeit bekannten Belege mit Blick auf ihre zeitliche Entwicklung, ihre jeweiligen Herkunftsräume, ihre Verwendung auf unterschiedlichen Gefäßtypen, den Stellenwert der so markierten Gefäße im Wirtschaftssystem Ägyptens sowie Entstehung und Ende dieses Systems. Da die meisten Marken auf sehr einheitlichen Gefäßen aus mutmaßlich staatlichen Produktionsstätten angebracht und diese mit Siegeln staatlicher Einrichtungen verschlossen waren, wird das Projekt dazu beitragen, Einblick in die sich entwickelnde Organisation der Wirtschaftsverwaltung zu erlangen. Ebenso werden unsere Kenntnisse über die Zusammenhänge zwischen der an Bedeutung gewinnenden Hieroglyphenschrift und einem möglicherweise autarken Notationssystem erweitert.

 

Claudia Näser, Jana Helmboldt-Doyé, Anne Seiler (Berlin); Hans-Werner Fischer-Elfert (Leipzig)

    Der Ort Aniba lag etwa 230 km südlich von Assuan im unternubischen Niltal und ist heute im Nasser-Stausee versunken. Aniba war im 2. Jahrtausend v. Chr., als der ägyptische Staat seinen Machtbereich den Nil entlang nach Süden ausdehnte, das Verwaltungszentrum der Provinz Unternubien. Seine archäologischen Zeugnisse umfassen mehrere Siedlungen und Gräberfelder der indigenen Bevölkerungen, eine zur Stadtanlage erweiterte ägyptische Festung sowie einen ausgedehnten Friedhof mit ägyptischen Charakteristika. Diesem gilt das Vorhaben. Ziel des Projekts ist zunächst, den Friedhof S/SA durch eine Neuvorlage des archäologi­schen Materials für die moderne Forschung zu erschließen. Erstmals soll eine detaillierte Chronologie erstellt und die Belegungsgeschichte des Fundplatzes nachgezeichnet werden. Die kulturhistorische Auswertung verspricht grundlegende Erkenntnisse zu den bisher weit­gehend ungeklärten Strukturen und Realitäten ägyptischer Präsenz in Unternubien, d.h. im Hinblick auf die umrissenen historischen Abläufe und die konkreten kulturellen Praktiken der Bestattungsgemeinschaft des Friedhofs S/SA. Mit dem Projekt soll zudem eine neue Material­gruppe, Friedhofsbefunde, für die Untersuchung der pharaonisch-ägyptischen Außen­politik erschlossen und damit ein neuer Blickwinkel auf diesen Bereich eröffnet werden.

 

Frank Kammerzell, Petra Andrássy, Eva-Maria Engel; Julia Budka

   Das Projekt, das in Kooperation mit dem Institut für Archäologie der Universität Warschau durchgeführt wird, untersucht Non-textual marking systems unterschiedlichster Art und organisiert zu diesem Zweck interdisziplinäre Tagungen. Zu den untersuchten Themen gehören Ritzmarken auf Keramik ebenso wie Baugraffiti oder Markierungen auf Fayencekacheln oder Zeichen auf Särgen der 21. Dynastie.

 

Julia Budka

   Gegenstand des Projekts sind besonders signifikante Elemente im Wesen und in der Entwicklung des ägyptischen Totenkults im 1. Jahrtausend v. Chr. Dabei wird exemplarisch vom Grab des Anch-Hor (6. Jahrhundert v. Chr.) im Asasif, einem Teilbereich der thebanischen Nekropole, ausgegangen. In diesem Areal kam es vom 7.-3. Jahrhundert v. Chr. zu einer Blütezeit für Elitebestattungen. Die höchsten Beamten wurden wie Anch-Hor in sehr spezifischen Anlagen bestattet, die unter dem Namen "Tempelgräber" bekannt sind, da ihre äußere Form und ihr innerer Aufbau an Heiligtümer für Gottheiten erinnern. Anhand der Dokumentation und Analyse der Funde aus dem Grab des Anch-Hor sollen mögliche Beziehungen zwischen dem spezifischen Totenkult und der Grabarchitektur der Spätzeit sowie Besonderheiten des Totenkults in einem Tempelgrab im Unterschied zu Kulthandlungen in vorangehenden Perioden untersucht werden. Textzeugnisse und bildliche Darstellungen werden ebenfalls zur Rekonstruktion der funerären Praxis in Tempelgräbern herangezogen.

 

         Claudia Näser, Cornelia Kleinitz

 

Frank Kammerzell, Daniel Werning (Berlin); Orly Goldwasser et al. (Jerusalem)

 

Frank Kammerzell, Silvia Kutscher, Daniel Werning; Promovierende: s. "Qualifikationsarbeiten"

   Research Group C-I-1 is dedicated to language and text and is to investigate linguistically how spaces are constituted within various systems of language on the lexical and grammatical level. The group will use a comparative approach to assess how spatiality is represented in ancient languages (Sumerian, Akkadian, Hittite, Old Egyptian, Ancient Greek, and Latin). Basic parameters of linguistic coding and denominating of spatiality, such as terms describing space in general, orientation in space, spatial dimensions, and spatial relations are to be analyzed. This will be compared with non-linguistic representations of space. (description from the Topoi website)

 

Frank Kammerzell & Claudia Näser