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Humboldt-Universität zu Berlin - Kultur-, Sozial- und Bildungswissen­schaftliche Fakultät - Institut für Archäologie

Sudanarchäologische Sammlung & Archiv: Archivalien

 

Neben der Objektsammlung sind die Arbeiten der Humboldt-Universität im Sudan unter Fritz Hintze in den 1950er und 1960er Jahren in der Sudanarchäologischen Sammlung & Archiv durch eine umfangreiche Dokumentation repräsentiert. Zu dieser zählen dutzende Tagebücher, Feldtagebücher, Objektbücher und andere Dokumente, tausende Schwarz-Weiss-Negative und Abzüge (Abb 1+2), hunderte Farbnegative, dutzende 8mm-Filme, Tonbänder, sowie Zeichnungen und Durchzeichnungen, Latexabklatsche, Proben, Keramikscherben, aber auch technische Geräte aus der DDR-Zeit.

 

Foto: Ursula Hintze

 

Foto: Ursula Hintze

 

Neben der archäologischen Dokumentation finden sich zahlreiche Materialien, die den Kontext der Feldarbeiten im Sudan dokumentieren, wie die Fotoserien 'Lager und Arbeit' (Abb 3) sowie 'Land und Leute' (Abb 4).

 

Foto: Ursula Hintze
Foto: Ursula Hintze

 

Das Archiv enthält neben der Dokumentation der Expeditionen und Grabungen der Humboldt-Universität zudem Zeugnisse der wissenschaftlichen Auswertung der Arbeiten im Sudan sowie des Aufbaus und der Pflege wissenschaftlicher Netzwerke, aber auch Materialsammlungen u.a. zur Präsentation und Rezeption der sudanarchäologischen Arbeiten in den Printmedien sowie in Rundfunk und Dokumentarfilm. Aus wissenschaftsgeschichtlicher Perspektive bedeutsam sind zahlreiche Dokumente, die die (wissenschafts)politischen Rahmenbedingungen der Arbeiten der Forscherinnen und Forscher im Sudan und zuhause in der DDR nachvollziehen lassen.

Mit dem Wiederaufbau des Löwentempels und seiner Eröffnung im Jahr 1970 waren die Arbeiten der Humboldt-Universität im Sudan zwar vorerst beendet, die Auswertung der Feldarbeiten und der Ausbau des Schwerpunkts 'Sudanarchäologie' an der Humboldt-Universität wurden jedoch in den folgenden Jahrzehnten vorangetrieben. In den frühen 1990er Jahren nahm Steffen Wenig, der Inhaber des damaligen Lehrstuhls für Sudanarchäologie, die Feldarbeiten der Humboldt-Universität im Sudan wieder auf. Nach den Meroe Joint Excavations (MJE) begannen im Jahr 1993 erneut umfangreiche und langjährige Arbeiten in Musawwarat es-Sufra. Die Dokumentation beider Grabungsprojekte wurde Bestandteil des Sudanarchäologischen Archivs der Humboldt-Universität.

Die detaillierte Dokumentation der Arbeiten der 1960er und 1990er/2000er Jahre bildet die Grundlage der fortlaufenden archäologischen und konservatorisch-restauratorischen Arbeiten in Musawwarat es-Sufra, die heute unter der Leitung von Alexandra Verbovsek und Cornelia Kleinitz stattfinden. Mit dem Fortgang der Arbeiten in Musawwarat und ihrer wissenschaftlichen Auswertung wächst auch das Sudanarchäologische Archiv stetig weiter. Zudem wird unter anderem durch Schenkungen aus privaten Beständen bzw. Nachlässen der Bestand des Archivs erweitert und um wichtige Perspektiven ergänzt. Die Erhaltung und Zugänglichkeit der Archivalien wird langfristig durch Maßnahmen der präventiven und angewandten Konservierung gesichert, aber auch durch ihre schrittweise Digitalisierung.