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Humboldt-Universität zu Berlin - Kultur-, Sozial- und Bildungswissen­schaftliche Fakultät - Winckelmann-Institut

Abstract Katrin Kermas

 

Hauptanliegen der Untersuchung ist die Entwicklung eines Modells für ur- und frühgeschichtliche Verkehrssysteme und dessen Prüfung auf Eignung in einer Fallstudie.

Durch die Modellierung eines künstlichen Verkehrssystems sollen die dominanten Faktoren bestimmt werden, welche den Zugang zu einer Siedlung beeinflussen und es ermöglichen die Lage eines Wegenetzes zu interpretieren. Das können neben den naturräumlichen auch ökonomische, soziale oder politische Faktoren sein. Durch die Gewichtung einzelner Parameter wird versucht, ein ideales Wegenetz einem realen, historisch bekannten Straßennetz anzunähern und so die diejenigen Parameter zu identifizieren, die einen signifikanten Einfluss ausüben. Die Simulation dieses künstlichen Verkehrssystems erfolgt in einem Modell, dessen Rahmenbedingungen durch die naturräumlichen Faktoren und die archäologischen Quellen vorgegeben sind. Das Arbeitsgebiet umfasst eine Region im südlichen Frankreich im Département Drôme und  den angrenzenden Gebieten. Der untersuchte Zeitraum reicht von der Eisenzeit bis zur Spätantike  und umreißt den Kontakt der südgallischen Stämme mit dem Römischen Imperium bis zur Konsolidierung der Provinz Gallia Narbonensis.

Wichtig für die Fragestellung der Dissertation ist, wie die Wege der Interaktionen verlaufen. Welche Faktoren beeinflussen die Lage des Wegenetzes? Gibt es eine „Hierarchie“ der Straßen? Vor diesem Hintergrund soll in der Dissertation ein neuartiger Ansatz auf seine Praktikabilität untersucht und so der Nutzen der zu Grunde liegenden Theorie evaluiert werden. Gleichzeitig kann dadurch die siedlungs- und kulturgeschichtliche Einbindung des in der Fallstudie untersuchten Oppidums Rocher des Aures/Frankreich deutlich gemacht werden.