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Humboldt-Universität zu Berlin - Kultur-, Sozial- und Bildungswissen­schaftliche Fakultät - Winckelmann-Institut

Bücher und Objekte der Institutsgeschichte

Auf dieser Seite finden Sie einen Überblick über die bisher ausgestellten Bücher und Objekte aud der Geschichte des Instituts.

 

Ausstellungsobjekt 1:

 

Seite aus den alten Inventarbüchern - Foto: A. Weisse

 

Ein Buch, das Geschichte schreibt

Als die Bibliothek 1919 in die Räumlichkeiten des heutigen Winckelmann-Instituts einzog, wies sie bereits einen Bestand von etwa 7000 Bänden auf. Dies belegt anschaulich das Inventarbuch mit seiner fortlaufenden Nummerierung. Die Auflistung nennt darüber hinaus die Signatur des Buches, den Namen des Autors oder der Autorin (s. auf Seite 35 Nr. 7022: Edith Hall), den Titel der Publikation mitsamt Erscheinungsort und – jahr, die Bezugsquelle sowie den Vermerk, ob das Buch bezahlt worden ist (bz.). Die Einträge zeigen ein breites Spektrum an Fachliteratur mit vielen internationalen Titeln.

Das Inventarbuch weist für die Zeit um 1919 die charakteristische Handschrift von Valentin Müller auf, der seine Texte noch in der heute recht schwer zu lesenden sogenannten Kurrentschrift verfasste. Er hatte im Jahr 1914 bei Georg Loeschcke in Berlin promoviert und übernahm während des 1. Weltkrieges die Vertretung der Assistentenstelle; der eigentliche Stelleninhaber, Gerhart Rodenwaldt, war zum Militärdienst eingezogen worden.

Inventarbuch der Bibliothek des Winckelmann-Instituts. Ein Buch, das Geschichte schreibt. Schließlich musste auch Valentin Müller Kriegsdienst leisten und wurde in dieser Zeit durch Margarete Bieber vertreten. Erst 1919 kehrte er – mittlerweile offiziell als Assistent – zurück an die Berliner Universität und übernahm sogleich erneut die Dokumentation der Bibliotheksbestände.

Die Handschriften im Inventarbuch sind ein Spiegel der Institutsgeschichte: So ist ein paar Seiten weiter zu erkennen, dass Valentin Müllers Einträge im Jahr 1921 aufgrund seines Weggangs nach Rom abbrechen und durch den Duktus von Carl Blümel ersetzt werden. Erst zwei Jahre später kehrte Müller zurück, was wiederum an seiner eindeutigen Schreibweise zu erkennen ist.

Dieser Band der Inventarbücher der Bibliothek wurde von unterschiedlichen Personen bis in das Jahr 1951 fortgeführt. Somit ist er ein bedeutendes und unersetzliches Zeugnis der Geschichte des Winckelmann-Instituts in einer bewegten Zeit.

(A. Henning)