Direkt zum InhaltDirekt zur SucheDirekt zur Navigation
▼ Zielgruppen ▼
  Zielgruppenmenü

Humboldt-Universität zu Berlin - Kultur-, Sozial- und Bildungswissen­schaftliche Fakultät - Winckelmann-Institut

100 Jahre Zweigbibliothek Klassische Archäologie

 

Auf dieser Seite möchte das Winckelmann-Institut die lange und spannende Geschichte der Zweigbibliothek Klassische Archäologie anhand von ausgewählten Büchern und Objekten vorstellen.

 

Foto: A. Weiße

 

Die Kästen mit Vorlegeblättern aus dem Gerhard’schen Lehrapparat

 

Sie sehen aus wie Bücher, sind aber eigentlich Aufbewahrungskästen. In Ihnen befinden sich zahlreiche einzelne Blätter mit Abbildungen antiker mythologischer Szenen. Sie gehören zur Grundausstattung des im Jahr 1851 durch Eduard Gerhard gegründeten sogenannten archäologischen Apparats, aus dem später das heutige Winckelmann-Institut hervorgehen sollte.

Eduard Gerhard bekleidete von 1844 bis 1867 den Lehrstuhl für Archäologie an der Berliner Universität. Mit der Einrichtung des Lehrapparats ging die Ausstattung mit entsprechendem Lehrmaterial einher, zu dem auch die hier gezeigten Kästen gehören. Drei von insgesamt vier dieser Behältnisse in Buchform haben sich erhalten. Sie sind aus Holz gefertigt und mit Papier und einem Lederrücken überzogen. Die Buchrücken tragen die Aufschrift „Kunstmythologie“ sowie „Götterbilder“ und „Heroika“. Auf den eingelegten Blättern kleben verschiedene Abbildungen.

Die Kästen mit Vorlegeblättern aus dem Gerhard’schen Lehrapparat der antiken Ikonographie; es sind zumeist Druckgrafiken, aber auch händische Umzeichnungen, die nach Themen geordnet sind. Hier sehen wir verschiedene Szenen aus dem Sagenkreis des Trojanischen Krieges.

Die einzelnen Blätter mit den aufgeklebten Darstellungen mythologischer Szenen dienten im universitären Unterricht als Anschauungsmaterial. Sie zeigen, wie man damals mit Bildmaterial arbeitete, in einer Zeit, in der die Fotografie als Dokumentationsmethode noch sehr jung war und noch nicht in der Archäologie zum Einsatz kam.

Gerhard hatte bei der Anlage seines Apparats bewusst unterschiedliche Medien – Grafiken, Bücher und plastische Nachbildungen – zusammengestellt, um verschiedene Quellengruppen in die Lehre einzubeziehen.

Die drei erhaltenen Kästen sind in einem sehr schlechten Zustand und bedürfen dringend einer umfassenden Restaurierung. Gleichzeitig spiegelt sich in dem sich lösenden Papier und dem spröden Leder die lange und auch nicht immer einfache Geschichte des Instituts wider.

(A. Henning)

 

                        

 

Foto: A. Weiße